Schwerhörigkeit

Schwerhörigkeit ist mit Abstand die am häufigsten auftauchende Gehör Krankheit. Aber auch hier muss man differenzieren, denn auch im Bereich der Schwerhörigkeit gibt es klare Differenzen und Symptome. Allgemein kann sich der Hörschaden der Schwerhörigkeit klassifizieren lassen als eine Einschränkung der akustischen Wahrnehmung gesprochener Sprache – also nicht notgedrungen den kompletten Gehörverlust sondern eine Minderung des Hörvermögens. Nichtsdestotrotz kann je nach Intensität der Symptome von einer leichten Schwerhörigkeit bis zur kompletten Gehörlosigkeit gesprochen werden.

Auch die Schwerhörigkeit kann untergliedert werden in Einzel-Krankheiten, die ihre eigenen, ganz symptomatischen Merkmale aufweisen. Insgesamt fallen 5 Hörschäden unter den Oberbegriff der Schwerhörigkeit.


Auch unter den Begriffen Schallleitungsstörung und Mittelohrschwerhörigkeit bekannt äußert sich die Schallleitungsschwerhörigkeit durch eine Störung der Übertragung des Schalls im äußeren Ohrbereich bzw. im Mittelohr. Das Innenohr ist nicht betroffen.

Da dieser Hörschaden weder operativ noch medikamentös behandelt werden kann, gilt als einzige Therapiemöglichkeit die Verwendung von Hörgeräten oder – bei völliger Ertaubung – das Verwenden eines Cochlea Implantats.

Ursachen

  • Tubenverschluss
  • Ohrenschmalztropf
  • Fremdkörper im Gehörgang
  • Gehörgangsentzündung
  • Fehlbildung der Ohrmuschel oder des Gehörgangs
  • Tubenverschluss
  • Mittelohr-Erguss
  • Mittelohrentzündung und daraus resultierende Narbenzüge
  • Trommelfehl-Erkrankungen: Entzündung, Lochbildung, Einreißen
  • Otosklerose
  • Verwerfungen der Gehörknöchelchenkette

Im Grunde genommen kann dieser Hörschaden, der zu den Schalltraumen gezählt wird, als der Klassiker in Deutschland bezeichnet. Hervorgerufen wird die Lärmschwerhörigkeit – wie der Name schon verrät – durch Lärm und laute Geräusche. Es handelt sich hier um eine typische Berufserkrankung, aber natürlich kann auch Lärm in der Freizeit zu diesem Hörschaden führen. Die Hörschnecke kann hier dauerhaft geschädigt werden.

Generell wird davon ausgegangen, dass eine Schalleinwirkung von über 85 dB, die über einen längeren Zeitraum andauert, zu diesem Hörschaden führen kann. Das erste Symptom ist die sogenannte Hörermüdung. Durch eine einmalige Lärmbelastung kann es zur Beeinträchtigung der Hörschwelle kommen. Diese Hörermüdung ist jedoch – im Gegensatz zur Lärmschwerhörigkeit – reversibel. Wird hingegen das Ohr über einen langen Zeitraum, täglich einer solchen Lärmbelastung ausgesetzt können die Schäden bleibend sein.

Natürlich ist das Voranschreiten der Lärmschwerhörigkeit auch von Faktoren wie der Dauer der Lärmbelastung, dem Pegel und der Frequenz des Lärms, Lärmpausen und der individuellen Belastbarkeit abhängig. Generell lässt sich also festlegen: je lauter, je länger und je öfter, desto größer wird das Risiko eines bleibenden Hörschadens.

Da es sich bei diesen Hörschäden um ein fortschreitendes Problem handelt, ist eine vorausschauende Verwendung von Gehörschutz das hilfreichste Mittel. Eine Therapiemöglichkeit bietet lediglich ein Hörgerät oder entsprechende Implantate.

Die Altersschwerhörigkeit – im Fachausdruck Presbyakusis – kann, wie der Name sagt, mit zunehmendem Alter auftreten. Dieser Hörschaden ist bedingt durch natürliche, physiologische Alterungsprozesse und kann in der Regel nur mit der Untersuchung durch ein Tonaudiogramm genau bestimmt werden. In der Regel äußert sich die Altersschwerhörigkeit durch eine beidseitige, symmetrische, Innenohrschwerhörigkeit hoher Frequenzen, die tendenziell stetig zunimmt. Im Grunde genommen ähnelt die Presbyakusis sehr der Lärmschwerhörigkeit, was eine genaue Differenzierung und Ursachenfindung oftmals erschwert. Im Allgemeinen tritt dieser Hörschaden ab dem 50. bis 60. Lebensjahr in Erscheinung und die einzig derzeit aktiv praktizierte Therapie ist die Verwendung eines Hörgeräts.

Dennoch gibt es einige Faktoren, die allgemein als einflussreich für die Altersschwerhörigkeit aufgelistet werden:

  • Ernährung
  • Diabetes
  • Durchblutungsstörungen
  • Ototoxische Medikamente
  • Arterielle Hypertonie
  • Lärmbelastung
  • Veranlagung aufgrund genetischer Grundlagen

Als Kombinierte Schwerhörigkeit wird das gemeinsame Auftraten der Hörschäden Alters- und Schalleitungsschwerhörigkeit bezeichnet. Es sind also sowohl Probleme wie eine Ohrmuschelfehlbildung, Entzündungen, Trommelfell Krankheiten oder der Tubenverschluss, als auch die physiologische Änderung des Gehörgangs im Alter als Ursachen klassifizierbar. Jedoch als am häufigsten auftretenden Ursachen gelten:

  • Chronische Mittelohrentzündung
  • Otosklerose bei Mitbeteiligung des Innenohrs

Der ebenfalls unter dem Begriff Ohrinfarkt bekannte Hörsturz gilt als besonderer Hörschaden. Im Gegensatz zu anderen Hörschäden entwickelt sich diese Krankheit nicht graduell basierend auf Anzahl und Intensität bestimmter Faktoren sondern tritt plötzlich und scheinbar spontan auf. Es gibt also im Voraus keine klar erkennbaren Ursachen, die auf einen Hörsturz hindeuten.

Der Ohrinfarkt äußert sich in der Regel durch eine einseitige Schallempfindungsstörung, die je nach Intensität von einer leichten Störung bis hin zur Gehörlosigkeit auftreten kann. Darüber hinaus können sowohl wenige als auch alle Frequenzen betroffen sein. Aufgrund seiner Natur sind eine zuverlässige Diagnose und ebenfalls eine wirkungsvolle Therapie nicht möglich. Der Verlauf des Hörschadens ist ebenfalls oftmals sehr unterschiedlich, doch es besteht eine vergleichsweise hohe Rate der Spontanheilung.

Da der Hörsturz plötzlich auftritt kann die Erkrankung nur per Anschlussdiagnose festgestellt werden. Aufgrund der sehr weitreichenden Begleiterscheinungen lassen sich auch nur schwer einheitliche Symptome festlegen. Erkrankten Personen klagen häufig über:

 

  • Einseitiger Druck und Ohrgeräusche
  • Hochfrequenter Tinnitus
  • Taubes Hautempfinden
  • Schwindelgefühl
  • Doppeltonhören
  • Lärmempfindlichkeit

Ursachen

Genau zu differenzierenden Ursachen für den Hörstürz können noch nicht definiert werden, jedoch geht man davon aus das diese Faktoren einen Ohrinfarkt begünstigen können:

 

  • Stress
  • Autoimmunerkrankungen
  • Risse der Rundfenstermembran
  • Übergewicht
  • Bluthochdruck
  • Diabetes
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Rauchen

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