Tinnitus

Neben der Lärmschwerhörigkeit gilt der Tinnitus als eine der häufigsten auftretenden Hörschäden. Als Tinnitus wird das Auftreten chronischer Ohrgeräusche bezeichnet. In der Regel tritt in 50% der Fälle zusätzlich zum Tinnitus auch eine Hörschädigung auf. Unterschieden wird außerdem zwischen dem objektiven und dem subjektiven Tinnitus. Der subjektive Tinnitus nehmen Betroffene Geräusche war, die keine für andere wahrnehmbare, äußere Quelle besitzen. Der objektive Tinnitus im Gegenzug dazu basiert auf einer von außen wahrnehmbaren körpereigenen Schallquelle.

Die Wahrnehmung des Tinnitus kann sehr unterschiedlich sein. Betroffene berichten von Brummen, Rauschen, Knacken, Zischen und auch Klopfen. Diese Eindrücke können sowohl konstant als auch pulsierend auftreten. Tinnitus kann sowohl als eigenständige Krankheit als auch als Symptom einer anderen Krankheit auftreten.

Tinnitus in Deutschland

In Deutschland sind etwa 10-20% der Bevölkerung von Tinnitus dauerhaft betroffen. Im Gegensatz dazu geben jedoch ganze 40% an, dass sie zumindest einmal in ihrem Leben Tinnitus festgestellt haben. Tendenziell sind ältere Menschen ab 40 oder 50 Jahren häufiger von Tinnitus betroffen, wobei hier keine klare Tendenz zu Männern oder Frauen erkennbar ist.

Interessant ist hierbei, dass die Zahl der Tinnitus-Patienten in den letzten Jahren stetig gewachsen, denn es bleibt unklar, ob sich die Erkrankung wirklich ausgebreitet hat oder lediglich ein größerer Anteil der Bevölkerung Tinnitus als solchen erkennt und auch aktiv behandeln lässt. Insbesondere die Stärkung des Bewusstseins in der Bevölkerung für diesen Hörschaden scheint diese Statistik zu beeinflussen.


Tinnitus: Ursachen

Wie bereits erwähnt tritt Tinnitus sowohl in Kombination mit anderen Krankheiten als auch als eigenständige Krankheit auf. Insbesondere muss bei der Ursachenfindung unterschieden werden, ob es sich um objektiven oder subjektiven Tinnitus handelt. Obwohl per Definition der objektive Tinnitus als klar ausgehend von körpereigenen (Fehl)Funktionen klassifiziert wird, kann natürlich auch der subjektive Tinnitus mit gesundheitlichen Problemen des Gehirns oder Nervensystems assoziiert werden.

Ursachen Objektiver Tinnitus

  • Fremdkörper im Gehörgang
  • Entzündungen im Ohr
  • Mittelohrerkrankungen
  • Infekte (viral oder bakteriell)
  • Traumata (Schall oder Knall)
  • Hörsturz und Schwerhörigkeit
  • Ototoxische Substanzen oder Arzneimittel
  • Morbus-Menière
  • Costen-Syndrom
  • Hydrops cochleae
  • Endolymphsschwankungen
  • Akustikusneurinom
  • Bogengangdehiszenz
  • Autoimmunerkrankungen im Innenohr
  • Craniomandibuläre Dysfunktion

Ursachen Objektiver Tinnitus

  • Tubenfunktionsstörungen
  • Bluthochdruck
  • Gaumensegelnystagmus
  • Gefäßmissbildungen

Folgeschäden und Tinnitus Therapie

Da ein Großteil der Bevölkerung zumindest einmal in ihrem Leben mit Tinnitus in Berührung gekommen ist, fällt es wahrscheinlich vielen schwer, wirklich prägnante Folgeschäden zuzuordnen. Doch Tinnitus kann schwerwiegende Folgen haben, die jemand, der vielleicht nach einem Konzert eine Zeit lang ein hohes Piepen im Ohr hört, nicht nachvollziehen kann. Zu bemerken gilt es hier außerdem, dass ein Tinnitus, der bis zu 3 Monate dauert, immer noch als akuter Tinnitus bezeichnet wird. Ab einer Dauer von über 3 Monaten redet man vom chronischen Tinnitus – über Monate mit einem Ohrgeräusch. Mögliche Folgeschäden von Tinnitus beinhalten:

 

  • Schlafstörungen
  • Angstzustände
  • Arbeitsunfähigkeit
  • Depressionen

Wie schon erwähnt, ist für die Therapie von Tinnitus ganz besonders die richtige Diagnose von Bedeutung. Ganz besonderes die Differenzierung zwischen subjektivem und objektivem Tinnitus ermöglicht natürlich die eindeutigere Bestimmung der korrekten Therapiemethode.

Es gibt mittlerweile sowohl in der konventionellen als auch der alternativen Medizin zahlreiche Behandlungsansätze für Tinnitus Patienten. Für eine Linderung der Beschwerden werden z.B. Methoden wie die akustische Stimulation, verhaltenstherapeutische Ansätze und auch medikamentöse Behandlung durchgeführt. Auch magnetische und elektrische Gehirnstimulation wird als Verfahren gegen den Tinnitus offeriert.

Wer unter Tinnitus leidet sollte sich nach Möglichkeit nur wenig Stress aussetzen und starke akustische Belastungen vermeiden. Außerdem ist es hilfreich eine Geräuschquelle als Ablenkung zu haben. Für schwerwiegende und vor allem lang andauernde Beschwerden gibt es außerdem psychologische Hilfe und Selbsthilfegruppen.


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